So Nicht! Ein unschönes Beispiel aus der Praxis zum Erfolgsfaktor Corporate Identity und der Abmahngefahr

Verfasst von Thomas W. Frick am 22. April 2013 | 09:55 Uhr

Heute morgen ist mir beim Sortieren meiner Emails, eine Email besonders aufgefallen, die normal eine Abmahnung verdient hat. Es scheint sich um einen mutigen Email-Versender zu handeln, der keine Angst vor einer Abmahnung hat. Oder setzt der Email-Versender einfach auf den mangelnden Zeitfaktor des Empfängers, die keine Lust haben aus einer Maus einen Elefanten zu machen? Ist der Versand einer Email ohne schriftlicher Einwilligung (Double-Opt-In) nur eine Maus, weil sich viele Unternehmen nicht an die Gesetze halten. Wie ich immer wieder feststellen muss, ist es für viele Unternehmen fast selbstverständlich, ohne vorherige Einwilligung (Double-Opt-In) eine Email zu versenden.

Grundsätzlich sollte dem versendenden Unternehmen eine Lehre erteilt werden, da sich unser Unternehmen auch an die Gesetze hält. Obwohl wir über 1000 Willensbekundungen für einen Email-Newsletter haben, leider nicht in Form eines rechtskonformen Double-Opt-In  (Wir arbeiten aktuell daran), versenden wir keine Emails / keinen Newsletter ohne Double-Opt-In. Der Versender  in unserem Fall hat Glück gehabt, da sich noch kein Abmahngeier (Rechtsanwalt der eine Abmahnung als Geschäftsmodell ansieht) bei uns gemeldet hat, um uns vorzuschlagen die Abmahneinnahmen zu teilen (gängige Praxis!).

Beim Versender handelt es sich um ein Unternehmen, welches auf seine Dienste aufmerksam machen wollte. Als Referenz gibt das Unternehmen unsere dieswöchige Messeteilnahme auf der IT&Media an (Siehe Einladung unter CRM-Erfahrungsaustausch). Das Unternehmen welches um uns wirbt ist Anbieter von Datenschutz-Dienstleistungen, ist selbst Aussteller der Messe und fühlt sich evtl. hinsichtlich der unerlaubten Email (fehlendes Double-Opt-In) im Recht. Oder handelt das werbende Unternehmen einfach unbewusst, ohne über die Abmahngefahr informiert zu sein? Unbewusstes Werben ist oft ein Ergebnis von Aktionismus. Mit einem Marketing- und Aktionsplan beugen Sie derartig misslungene Aktionen vor.

In unserem Artikel über das  Corporate Identity (CI) haben Sie praxisnahe Tipps erhalten. Dieses „So-Nicht-Beispiel“ zeigt auf, wie wichtig es ist, den Punkt Unternehmensverhalten, aus der CI-Formel (CI = Design, Kommunikation, Verhalten) nachhaltig zu leben und sicherzustellen. Viele kennen meine Ausführungen in Form des Vertrauenskreis, mit dem ich immer wieder bewusst mache, dass ohne Vertrauen und ohne Glaubwürdigkeit, kein ernsthaftes Interesse zu erzeugen ist. Ein nachhaltiges Corporate Identity (CI), kann Sie in diesen Punkten messbar unterstützen. Eine Email ohne vorherige Einwilligung (Double-Opt-In) wirft einen Schatten auf Ihr Unternehmen und auf Ihr Corporate Identity (CI).

Wie denken Sie über das werbende Unternehmen?  Ein Unternehmen, dass sich im Bereich Datenschutz positioniert wirbt nicht gesetzeskonform, auf eine Art und Weise, wie es viele Unternehmen bewusst tun. Wo man bei den unwissenden Unternehmen, bei einer Email ohne vorheriger Genehmigung (Double-Opt-In) noch darüber hinweg schauen könnte, welches Bild entsteht von dem Datenschutz-Experten? Welcher erste Eindruck vom werbenden Unternehmen ist durch das bewusste Ignorieren der Gesetze entstanden? Handelt es sich hier um ein nachhaltig gelebtes Corporate Identity (CI) oder sollen wir vom Mut, eine Abmahnung zu kassieren, beeindruckt sein?

Der Tiefpunkt dieser misslungenen, eher schädlichen Maßnahme war zudem der Inhalt, indem ein Serienbrief als Anlage beigefügt wurde. Fühle ich mich individuell angesprochen, oder wurde ich Teil einer Quick-and-Dirty-Massen-Mailing-Aktion? Siehe hierzu unseren Artikel zum Thema Individualität.

Wer empfehlen Ihnen von dieser Art der Werbung großen Abstand zu halten und zeigen Ihnen gerne professionelle und seriöse Wege auf!

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Naja, im B2B ist doch zumindest noch das Mails schreiben an Personen möglich, wo man auf ein berechtigtes Interesse an den angebotenen Leistungen und Produkten erwarten kann.
Da ihr ja, wie ich z.B. weiss, auf solche Messen geht und mit dem Thema was der Sender anspricht zu tun hat, würde ich es nicht als unerlaubte Werbung ansehen.
Was habt ihr gemacht, den Kollegen angesprochen oder es dem Anwalt gegeben?

Bye
Michael Reischer

PS. Sicher kann man das „Besser“ machen, aber die Regularien in Deutschland verhindern einen Vertriebsmitarbeiter schon sehr in seinem Handeln. Und mal ernsthaft, Alle unternehmen müssen ihre Waren und Leistungen verkaufen, sonst hat niemand in diesem Land ein Einkommen, Wohlstand usw.

Vielen Dank für Ihren Kommentar über den wir uns sehr freuen. Die Aussage, dass im B2B-Bereich zumindest noch Mails geschrieben werden können…. ist mutig. Evtl. ist Sie abgeleitet von der mutmaßlichen Einwilligung im B2B-Telefonmarketing? Grundsätzlich herrscht im Markt, wie ich schon im Oktober 2012 auf einem Vertriebskongress feststellen konnte, eine große Verunsicherung.

Die Gesetze machen es einem nicht einfach Handlungsentscheidungen diesbezüglich zu treffen. Obwohl man alle Gesetze im Internet sehr einfach nachlesen kann, ist es schwer die Trennung zwischen B2C und B2B herauszulesen. Jeder gut rhetorisch geschulte Anwalt, kann einer gegnerischen Partei aus einer Kleinigkeit einen Strick drehen, da es sich immer um Einzelfallentscheidungen handelt. Um so die Beklagten dem Wunsch des Richters, hinsichtlich der Beweisbarkeit nachkommen können, desto mehr reduziert sich das Risiko vor Gericht. Wir halten uns an daran, indem wir nur Kontakten Nachrichten zustellen, die uns die Genehmigung über http://www.verkaufshilfe.net/informationsservice. Wir wissen, dass wir damit viel mehr Aufwand produzieren als es andere machen, jedoch halten wir diesen zur Risikoreduzierung für notwendig.

Wenn ich Emails wie in diesem Artikel geschildert verschicken würde, hätte ich großen Respekt davor, dass der gegnerische Anwalt, § 7 (Unzumutbare Belästigungen), dem Punkt 3 aus Absatz 2 zu Gunsten seines Mandanten breittreten könnte. Grundsätzlich überlässt man in solchen Fragen die Entscheidung dem Glück, Zufall bzw. dem Bauch des Richters und hofft grundsätzlich, dass es am besten keinen Kläger gibt. Wir sind in einem anderen Fall, obwohl wir nur auf eine Internetanfrage geantwortet haben, mit dem blauen Auge davon gekommen, aufgrund meiner rhetorischen Künste, gegenüber der Klagewilligen. Selbst wenn man eine Internetanfrage erhält, lohnt es sich genauer hinzuschauen. Bei Gelegenheit werde ich diesen Fall gerne niederschreiben, bis dahin kann sich jeder gerne telefonisch darüber informieren – einfach anrufen.

Im Vertrieb kann die Risikofreude zum Erfolg führen, als Unternehmer bin ich jedoch auch ein Freund der Risikoreduzierungen. Unternehmen mit einer großen Kriegskasse, können sich die Abmahnkosten als Marketingbudget einplanen. Für diese Strategie sind meine schwäbische Wurzeln jedoch zur stark ausgeprägt. Losgelöst von der gesetzlichen Perspektive ist für uns auch die Wahrnehmungsperspektive wichtig. Was säht jemand bei seinem Empfänger wenn er unaufgefordert Nachrichten verschickt? Wirkt es sich positiv auf das Bauchgefühl des Anderen aus? Schaden solche Nachrichten eventuell eher beim Vertrauensaufbau, anstatt dass sie Nutzen bringen? Geht der Weg eines Unternehmens hinsichtlich seines Kommunikationsmanagement über die Quanität oder über die Qualität? Das sind alles Entscheidungen die jeder Unternehmer für sich treffen muss. Unsere Empfehlung geht in die Richtung, mehr auf Qualität anstatt auf die Quantität zu setzen, um ein positives Image zu wahren.

In diesem Fall und auch in anderen Fällen die sich tagtäglich in meinem Postfach abspielen, habe ich nicht gehandelt und somit keinen Rechtsanwalt beauftragt, mangels Zeit, Lust und Risikofreude (Auf diesem Gebiet). Ich denke, dass viele Spam-Produzenten genau auf diese Faktoren setzen. Dank des Kommentars werden wir in den nächsten Wochen, diesen Punkt nochmals näher beleuchten und versuchen einen Rechtsanwalt für einen Vortrag zu begeistern. Herzlichen Dank und herzliche Grüße Th. Frick

Das ist eine gute Idee, den auch die telefonisch Kontaktaufnahme ist ja sehr eingeschränkt. Briefe als Papiermailing zu senden ist sehr teuer und landet ggf. auch im Mülleimer (wobei hier rein ökologisch die Spammail dem Spambrief doch vorzuziehen wäre). Alle Leute die man kontaktieren möchte persönlich zu besuchen oder zu treffen ist zeitlich nicht machbar. Werbung im Fernsehen ist zu teuer und hat zu große Streuverluste im B2B Geschäft. Messen haben meines Erachten auch mittleiweile kein gutes Preis-Leistungsverhältnis mehr.

Wir selber setzten daher auch auf eine etwas andere Strategie, die zum Ziel hat, dass mit uns/mir Kontakt aufgenommen wird.

Bye
Michael Reischer

Jetzt haben Sie uns aber neugierig gemacht? ;-)

ich schreibe mal am Wochenende einen Blogbeitrag #Empfehlungsmarketing
Schönes Wochenende
Michael Reischer

Hallo Herr Reischer,

vielen Dank für Ihre Mühe un die interessante Ergänzung auf Ihrem Blog, siehe: http://www.reischer.de/2014/01/16/vertrieb-4-0-oder-wie-lauft-es-heute/

Herzliche Grüße

Th. Frick

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